Dienstag, 3. Februar 2015

Review: The Dark House of Horror

The Dark House of Horror


Was bedeutet Horror? In der heutigen Zeit besteht der Horror fast ausschließlich aus wildem Kameragewackel gemischt mit Jump-Scares und ein paar blutigen Effekten. Doch das war nicht immer so, denn es gab auch eine Zeit in der das Wort Horror für etwas gänzlich anderes stand. Eine Zeit, in der Filme mit einer dichten Atmosphäre und einer Unvorhersehbarkeit gemacht wurden, die einem den wirklichen Horror nahe gebracht haben. The Dark House of Horror ist ein, im Osten Deutschlands gedrehter, Film, der dem passionierten Horrorfan genau diese Zeit zurück bringen möchte, aber gelingt ihm dies auch? 

Die Story von The Dark House of Horror ist recht schnell zusammengefasst. In 75 Minuten erzählt der Film die Geschichte der jungen Nikki, welche auf der Suche nach Hinweisen ist. Diese sucht sie in einem alten Gebäude, in welchem es ein Büro geben soll. Wer in diesem Büro gearbeitet haben soll wird nie wirklich geklärt und was ist mit den Hinweisen auf sich hat, bleibt auch ungeklärt. Lediglich in kurzen Anrufen mit ihrer Mutter wird vermittelt, dass es „sein“ Büro war. Man kann also davon ausgehen, dass es sich dabei um ihren Vater handeln könnte. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Vermutung. Wie lang dieses Büro leer gestanden hat wird auch nicht thematisiert und auch die Fabrik/Firma als solche wirkt viel eher wie ein riesiger Stall oder eine alte Mühle. Leider ergibt das Ganze dadurch nicht wirklich Sinn.


So begleiten wir die junge Frau dann dabei, wie sie sich von einem verlassenen Raum zum nächsten durchschlägt und ihr dabei irgendwie sehr wenig passiert. Lediglich eine merkwürdige männliche Gestalt begleitet Nikki bei ihrer Suche nach Hinweisen. Sie greift sie sogar einmal an, nur um dann zu verschwinden. Handelt es sich dabei um einen Geist? Wurde hier vielleicht jemand getötet? Fragen, die allesamt ungeklärt bleiben. Das ist besonders traurig, da der Film definitiv Potential besitzt. Die Atmosphäre ist an manchen Stellen erstaunlich dicht und wer auf Szenen steht, in welcher der Protagonist bzw. die Protagonistin von einem Wesen/Menschen einfach nur beobachtet und begleitet wird, der wird sicherlich den einen oder anderen Schockmoment erleben. Zwischen diesen Moment gibt es allerdings immer wieder lange Durststrecken in denen relativ wenig passiert.


Zudem bietet der Film, abgesehen vom Abspann, keinerlei musikalische Untermalung. Dadurch verschenkt er ungemein viel Potential, um das Grauen bzw. das Unheil noch weiter intensivieren und die Spannung weiter zu erhöhen. Oftmals passiert einfach zu wenig, um wirklich eine Gruselatmosphäre zu erzeugen. Ein Totalausfall ist es dennoch nicht und angesichts dessen, das es sich bei dem Film um den Erstling von Mr. Zito handelt, kann man sagen, dass hier die eine oder andere stimmungsvolle Szene dabei ist. Es reicht nur nicht für ein rundes Gesamtpaket, dafür schwächelt der Film zu sehr an einigen Stellen und verliert seine Atmosphäre. Die Dialoge sind kurz und knapp, wirken aber leider immer etwas gestellt.


Das Bild hingegen ist das wahre Highlight und die Bluray bietet wahrhaftiges HD-Feeling was äußerst löblich ist. Auch die Kamera ist recht ruhig und die Szenen können so wirken und den Zuschauer das eine oder andere Mal wirklich in ihren Bann ziehen. Der Geistereffekt kann sich zudem sehen lassen, wenngleich er an manchen Stellen ein wenig zu oft benutzt wird.

Fazit: The Dark House of Horror bietet interessanten Oldschool Horror, welcher leider immer wieder in Leerlauf gerät und dadurch die Stimmung nur in einigen Szenen aufrechterhalten kann. Hier wäre eine kürzere Laufzeit sicherlich nicht ganz verkehrt gewesen, da man den guten Willen in manchen Einstellungen durchaus erkennen kann. Vielleicht erstellt der Regisseur ja noch eine Kurzfilmfassung, welcher dann hoffentlich noch eine musikalische Untermalung spendiert wird, wodurch der Film sicherlich profitieren könnte. So dürfte er für viele Zuschauer einfach zu zäh sein.




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