Dienstag, 17. Februar 2015

Review: Terror in a damaged Brain - Die Brut des Teufels

Terror in a damaged Brain - Die Brut des Teufels


Die junge Filmschmiede aus dem Osten Deutschlands schlägt wieder zu. Nach Dark House of Horror, erschien pünktlich zum Start des neuen Jahres der zweite Spielfilm aus dem Hause Dark Corridor Entertainment. Terror in a damaged Brain, die Anspielung auf die Genreperle Nightmare in a damaged Brain ist praktisch unübersehbar, sollte die Fehler des Vorgängers ausbessern und mit dichter Atmosphäre punkten. Ob das dem Team rund um Mr. Zito gelungen ist werden die folgenden Zeilen zeigen. 

Man erzählt sich die Geschichte, dass tief im Wald zwei merkwürdige Gestalten hausen, die gemeinhin nur als „Brut des Teufels“ bezeichnet werden. Das Grauen geht um und niemand ist sicher vor diesen abscheulichen Bestien, die jeden töten, der ihnen zu nahe kommt. Die beiden Frauen Nia und Lily beschließen der Legende auf den Grund zu gehen und geraten dabei in die Fänge der Monster. Wenig später wachen sie im nahegelegenen Unterschlupf der  Ungeheuer auf und sie werden sich bald schon wünschen, sie wären Tod, denn der wahre Terror hat erst begonnen!


Die Geschichte um die Teufelsbrut ist sicherlich nicht besonders innovativ, doch das ist auch gar nicht beabsichtigt. Vielmehr steht Dark Corridor Entertainment für Filme, welche sich von den ganzen neumodischen Errungenschaften der Filmwelt distanzieren, um etwas zu kreieren was viel eher dem Horror entspricht, mit dem eine Vielzahl von Fans aufgewachsen sind. Die Werke von Argento, Fulci, Romero und Co. dienen hier als Inspirationsquelle. Das macht sich besonders in dem ausgefallenen Synthiescore von Ero Judge und Smooth Ice187 bemerkbar. Mit fast schon Goblin-artigen Sounds wird man hier eine Welt entführt, die man als Fan so schmerzlich vermisst hat.

Doch nicht nur der Score kommt klassisch daher, auch die einzelnen Kameraeinstellungen wissen zu überzeugen und erwecken beim Zuschauer die Erinnerung an eine andere Zeit. Eine Zeit, in der Horror noch daraus bestand, nicht zu wissen, was da auf einen lauert. Eine Ära in der die Kamera draufgehalten hat, egal wie schmerzhaft es war. Genau dieses Faible erkennt man auch hier wieder. Wie schon bei Dark House of Horror, welcher gekonnt die neumodische Art des Found Footage Genres beiseiteschiebt und sich auf Oldschool Horror besinnt. Auch Terror in a damaged Brain beschreitet denselben Weg, geht ihn sogar weiter und genau das ist es, was den Film ausmacht.


Bei der Atmosphäre bekommt man tolle FOV (Field of View) Aufnahmen spendiert, welche besonders bei einem der beiden Bestien immer wieder eingestreut wurden. Interessant daran ist, dass einige Aufnahmen das Geschehen durch einen Juttesack zeigen, welcher nur ein Loch hat, Jason anyone? Diese kleinen Anspielungen sind das wahre Salz in der Indiesuppe und für Fans von eben jenen Filmen dürfte genau das ein Grund sein, dem Film eine Chance zu geben.

Wie bereits angesprochen, ziehen die Filmemacher ihre Inspiration auch aus italienischen Klassikern. Besonders das Ende, in seiner doch recht langgezogenen, fast schon zu langen Art wirkt in der heutigen Zeit befremdlich und irgendwie störend. Wenn man sich dann allerdings die Vorbilder, wie Absurd vor Augen hält und erkennt, dass das Team eigentlich nur genau das wiederbringen möchte, was die Filmemacher in den 80ern etabliert haben, dann funktionieren auch solche Szenen wieder.


Dennoch ist der Film nicht frei von Fehlern und Problemen. Da wären zum einen, die doch recht verspielten Übergänge zwischen einigen Szenen. Manche wirken noch recht clever platziert, andere hingegen erwecken schon fast den Eindruck, man habe sich bei Andreas Schnaas und dessen Erstlingswerk „Violent Shit“ ein wenig zu viel abgeschaut. Egal ob reinzoomen, rauszoomen, wilde Farben, die fast schon wie ein Drogenrausch daherkommen oder andere interessante Einfälle. Man wird in der ersten Hälfte förmlich damit bombardiert. Diese Schnitte dürften sicherlich nicht überall für Jubel sorgen.

Die Charaktere bleiben leider auch etwas blass und man lernt diese viel zu wenig kennen. Besonders bei der Brut hätte man gerne noch etwas mehr über die Geschichte erfahren. Vielleicht hätte man dies durch ein, zwei weitere Berichte, oder weitere Geschichten, welche übrigens hervorragend von Sabine Wedde am Anfang des Films vorgetragen werden, ausbauen können. Auch die beiden Hauptcharaktere hätten von etwas mehr Tiefgang profitiert.


Wie schon angesprochen bietet der Film in der zweiten Hälfte einige Längen und das nicht nur am Schluss, sondern auch schon wenn die jungen Damen von der Brut festgehalten werden. Immer wieder wird das Geschehen förmlich ausgebremst und dadurch entsteht beim Zuschauer sehr schnell so etwas wie Ermüdungserscheinungen. Das Konzept der Hinterwälder/Bestien, welche Menschen töten bietet eben nicht immer so viel Stoff, um damit 70 Minuten zu fühlen. Etwas mehr Zeit für die Charaktere am Anfang und einen etwas strafferen Schluss hätte dem Film gut getan. Aber man merkt Mr. Zito an, dass er hinter dem steht was er tut und das er mit vollem Herzblut dabei ist.

Fazit: Terror in a damaged Brain ist kein perfekter Film geworden und die einzelnen Fehler sorgen definitiv für einige Abzüge in der B-Note. Dennoch kann man den Geist, welcher dahintersteckt erkennen und merkt, dass das Team gewillt ist ein Revival des Oldschool Horrors einzuleiten. Wer in den 80ern aufgewachsen ist, der weiß, dass auch die Klassiker von damals nicht frei von Fehlern waren und dennoch feiern wir sie noch heute. Genau unter diesem Aspekt kann und sollte man Terror in a damaged Brain schauen, um den Charme zu erkennen und eine gute Zeit mit dem Werk aus dem Hause Dark Corridor Entertainment zu haben. Die Brut des Teufels geht um und trotz Fehlern, macht es Spaß ihnen bei ihrem blutigen Treiben zuzuschauen!


Wer jetzt Lust darauf bekommen hat, der Brut bei der Arbeit zuzuschauen, der steht vor einer schweren Wahl. Derzeit kann man den Film direkt über die Homepage (Link) erstehen. Sowohl auf DVD (für 5,99€), als auch als Blu-Ray (7,99€) gibt es das Werk bereits. Der Versand ist dabei schon inklusive, bei Käufern innerhalb von Deutschland. Knackpunkt an der Sache ist aber, dass diese Veröffentlichung ungepresst ist. Wer aber noch ein wenig warten kann, der darf sich auf die anstehende Neuveröffentlichung auf DVD freuen. Diese wird gepresst sein und 9,99€ inkl. Versand (innerhalb von D) kosten. Doch es gibt zudem noch weitere Gründe, die für die gepresste DVD sprechen. So berichtete Dark Corridor Entertainment, dass die Neuauflage folgende Änderungen beinhalten wird:
- Der Center (Sprachkanal) wurde angehoben, die Sprachverständlichkeit deutlich verbessert (ohne die Raumakustik zu zerstören - Heimkino-Besitzer werden es mir Danken) 
- Das Ende wurde mit Untertiteln versehen und damit verständlicher gemacht
- Die gepresste Disc verfügt über ein erweitertes Menu


Welche Veröffentlichung man sich nun kauft, muss nun jeder selbst entscheiden! Die Blu-Ray welche mir vorlag, bietet auf jeden Fall ein gestochen scharfes Bild, wie es auch schon bei Dark House of Horror der Fall war. Und bei dem Preis kann man diese kleine Filmfirma definitiv unterstützen.




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